Digitalisierung der Landwirtschaft

Effiziente Agrarbetriebe dank Landwirtschaft 4.0

29. April 2020

Die Digitalisierung macht eine effizientere und umweltschonendere Landwirtschaft möglich: Dank der Aufnahmen von Satelliten und Drohnen lassen sich automatisiert Termine für Bewässerung und Düngung festlegen. Mähdrescher fahren selbstständig über das Feld und kommunizieren dabei mit dem Lastwagen, der die Getreidekörner abtransportiert. Die Kuh verschickt eine SMS, wenn sie kalbt.

Es gibt viele Namen für den Bauernhof mit Digitaltechnik

Der technische Fortschritt in der Landwirtschaft verlief in ähnlichen Phasen wie die Entwicklung der industriellen Revolution. Nach Mechanisierung, Automatisierung und elektronischer Datenverarbeitung folgte die "Landwirtschaft 4.0". Dieser Begriff bezeichnet die umfassende Vernetzung von Maschinen und Systemen. Auch die Begriffe "Smart Farming", "Digital Farming" oder "E-Bauernhof" beschreiben den Datenaustausch mittels eines Farm-Management-Systems sowie die Nutzung von Big Data beim Ackerbau und in der Tierhaltung.

Gezielter Einsatz von Ressourcen auf den Feldern

Dank der Digitalisierung können Landwirte den Einsatz von Wasser, Pflanzenschutzmitteln und Dünger auf den Anbauflächen optimieren. Durch die Vernetzung von Traktoren mittels GPS ist es möglich, das Feld per Satellit auszumessen. Die Software berechnet die nötige Menge der Düngung und bringt sie zentimetergenau aus. Ist der Dünger aufgebraucht, wird automatisch neuer beim Großhändler bestellt.

Unterschiedliche Saatqualitäten optimal ausbringen

Schon bei der Aussaat berücksichtigt Smart-Farming-Technik, dass die Bodenbeschaffenheit eines Feldes selten homogen ist. Die Verknüpfung der Messwerte von zum Beispiel Drohnen, Satellitenfotos oder Biomassekarten ist die Grundlage einer gezielten, teilflächenspezifischen Aussaat. Ist eine digital gesteuerte Sämaschine mit der entsprechenden Technik bestückt, kann sie unterschiedliches Saatgut genau an den Stellen ausbringen, an denen es optimale Bedingungen vorfindet. So lassen sich feuchtresistente Saaten auf Ackerstellen mit hoher Wasserversorgung ausbringen, während Saatqualitäten für trockene Gründe eben dort landen. Die Optimierung der Saatgutsorten bei der Züchtung führt nur zu einem deutlich gesteigerten Ertrag, wenn differenziert gesät wird.

Der Stall wird zur Hightech-Zone

Fütterungsautomaten sparen Landwirten nicht nur Zeit und schonen ihre Arbeitskraft, sondern dienen auch dem Tierwohl. Denn sie mischen jedem Rind und Schwein individuell das Futter. Zudem bestimmt das Vieh selbst, wann es fressen möchte. Auch das Melken mittels selbstandockenden Robotern bringt den Bauern eine enorme Zeitersparnis und ist überdies gesünder für den Rücken. Ist der Stall per Mobilfunk vernetzt, erhalten Landwirte zum Beispiel eine SMS-Benachrichtigung, wenn eine Kuh kalbt. So ist es nicht mehr nötig, das trächtige Tier nächtelang zu überwachen. Möglich machen das Funkchips am Halsband der Kuh, die die Bewegungen und die Temperatur aufzeichnen, auswerten und die Daten verschicken.

Die Erhebung von Daten sorgt für Transparenz

Mit Smart Farming können Betriebe der Kritik von Verbraucherschützern an der modernen landwirtschaftlichen Massenproduktion entgegentreten. Transparenz ist hier ein wichtiges Stichwort. So können Bauernhöfe ihre gesammelten Daten dem Konsumenten zur Verfügung stellen, damit dieser genaue Angaben über die Herkunft des Saatguts oder die umweltgerechte Lagerung von Kartoffeln erhält. Auch die Erhebung von Daten zum Gesundheitszustand von Tieren vor der Schlachtung ist möglich. Diese Informationen kann der Metzger dann an seine Kunden weitergeben.

Dokumentationspflicht für Betriebe besser bewältigen

Die Nachweispflichten für einen Agrarbetrieb sind nicht zu unterschätzen und ihr Umfang wird künftig steigen. Die Landwirtschaft 4.0 macht es Landwirten leichter, ihren gesetzlichen Dokumentationspflichten nachzukommen. Denn sie können dafür ihre digital erhobenen Betriebsdaten heranziehen. Auch die Prüfung von Betrieben wird einfacher, wenn Bauern den Ämtern die nötigen Informationen elektronisch aufbereitet statt in Aktenordnern vorlegen können. Das hilft ebenfalls, wenn Landwirte Fördermittel beantragen möchten und deshalb umfangreiche Angaben bei den Behörden machen müssen. Die Digitalisierung der Landwirtschaft senkt also signifikant den bürokratischen Aufwand.

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