Digitalisierung der Landwirtschaft

Landwirte nutzen Industrie 4.0

25. November 2016

Der Mähdrescher fährt selbstständig über das Feld und kommuniziert per Mobilfunk mit dem Laster, der die Getreidekörner abtransportiert, wenn der Behälter voll ist. Die Kuh verschickt eine SMS, wenn sie kalbt. Jeder zweite Landwirtschaftsbetrieb nutzt laut Digitalverband Bitkom bereits datenbasierte Anwendungen. "Smart Farming" macht die Landwirtschaft effizienter und umweltschonender.

Der Stall wird zur Hightech-Zone

Der Begriff Industrie 4.0 umschreibt die heutige Produktionstechnik, bei der Maschinen und Produkte automatisch Informationen austauschen. Das ist bei digitalen Fütterungsautomaten der Fall, mit denen jeder zweite Bauer seine Tiere versorgt. Mehr als ein Drittel der Nutztierhalter überlässt es Robotern, zu melken oder den Stall zu säubern. Auch der Mobilfunk kommt zum Einsatz. So meldet sich die kalbende Kuh zum Beispiel mit einer SMS. Der Bauer muss die trächtige Kuh also nicht mehr nächtelang überwachen, sondern lässt sich pünktlich zur Geburt vom Handy wecken. Möglich machen das Funkchips am Halsband der Kuh, die die Bewegungen und die Temperatur aufzeichnen, auswerten und als Nachricht verschicken.

Weniger Verbrauch von Ressourcen

Ein vernetzter Trecker ist mit GPS ausgestattet. Auf diese Weise ist es möglich, das Feld über Satellit auszumessen. Die Software berechnet den Düngerbedarf und bringt ihn zentimetergenau aus. Ist er aufgebraucht, wird beim Großhändler automatisch neuer Dünger bestellt. 39 Prozent der Landwirte nutzt auf dem Acker Maschinen, die digital gesteuert den Boden bearbeiten, die Pflanzen pflegen und ernten. Dank der Digitalisierung spart die Landwirtschaft auch Wasser auf den Feldern. Drei Viertel der befragten Landwirte erwarten durch die digitale Technologie, dass die Kosten massiv sinken und die Betriebe wirtschaftlicher arbeiten können.

Innovative Bauern erheben und nutzen Daten

Weitere Vorteile der Digitalisierung in der Landwirtschaft sind die körperliche Entlastung und die Zeitersparnis. Auch Transparenz ist ein wichtiges Stichwort. Der Bauer kann seinen Kunden genaue Angaben über die Herkunft des Saatguts oder die umweltgerechte Art der Lagerung machen. Auch Aussagen über den Gesundheitszustand einzelner Tiere vor der Schlachtung sind möglich. So kann der Kritik von Verbrauchern an der modernen landwirtschaftlichen Massenproduktion entgegengetreten werden. Ebenso ist es für den Landwirt einfacher, gesetzlichen Dokumentationspflichten nachzukommen. Allerdings beschäftigt die Sorge um die Datensicherheit vier von zehn befragten Bauern. Mehr als die Hälfte befürchtet eine vermehrte staatliche Kontrolle und Gängelung der landwirtschaftlichen Betriebe.

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