Rente im Ausland: Was ist zu beachten?

So funktioniert die Rentenzahlung in ein anderes Land

25. August 2020

Viele Rentner wünschen sich, ihren Ruhestand im Ausland zu verbringen. Wer seinen Lebensabend in einem anderen Land genießen möchte, sollte sich jedoch zuvor darüber informieren, ob die Zahlung der Rente über Grenzen hinweg möglich ist.

Dauer des Aufenthalts

Wenn sich Rentner nur vorübergehend außerhalb Deutschlands aufhalten, ändert sich nichts an ihrem gesetzlichen Rentenanspruch. Allerdings gilt ein Auslandsaufenthalt von Ruheständlern nur dann als vorübergehend, wenn er auf weniger als sechs Monate pro Jahr begrenzt ist. Alles Darüberhinausgehende gilt als dauerhafter Auslandsaufenthalt. Bei der Frage, ob Sie dann womöglich nur einen gekürzten Rentenbetrag erhalten, kommt es auf das Zielland an.

Rente innerhalb der Europäischen Union

Ob Sie Ihre Rente in voller Höhe erhalten oder ob Sie mit Abzügen rechnen müssen, hängt nicht nur von der Dauer Ihres Aufenthalts ab, sondern auch vom Land, in dem Sie Ihren Ruhestand verbringen möchten. Entscheiden Sie sich für einen Umzug in einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union, nach Island, Liechtenstein, Norwegen oder in die Schweiz, erhalten Sie in der Regel auch bei einem dauerhaften Aufenthalt Ihre volle Rente. Beruhen Anteile Ihrer Rente jedoch auf dem Abkommen mit Polen von 1975 oder auf dem Abkommen der DDR mit Ungarn, Tschechien, Rumänien, Bulgarien oder der Slowakei, kann das Ihre Einkünfte mindern. Inwiefern Ihre gesetzliche Rente davon betroffen ist, erfahren Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Rente in Abkommens- und Drittstaaten

Bei einem Umzug nach Island, Liechtenstein, Norwegen oder in die Schweiz gelten für Ihre Rente die gleichen Bedingungen wie innerhalb der Europäischen Union. Verlegen Sie Ihren Wohnsitz in einen Staat, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, erhalten Sie Ihre Rente in der Regel ebenfalls ohne Abzüge. Beachten Sie jedoch, dass es zahlreiche Sonderregelungen gibt, die sich auf Ihre Rentenansprüche auswirken können, zum Beispiel bei Erwerbsminderungsrenten oder bei Ansprüchen nach dem Fremdrentengesetz. Bei Umzügen in Drittstaaten kann es zu ähnlichen Einschränkungen kommen. Informieren Sie sich daher bei Ihrem Versicherungsträger über die Sozialversicherungsabkommen und Ihre Rentenansprüche im Ausland.

Ihre Mitteilungspflichten

Eine bereits bewilligte Rente kann bei einer Wohnsitzverlegung in ein anderes Land wegfallen oder gekürzt werden. Daher sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, die Deutsche Rentenversicherung rechtzeitig über Ihren Umzug zu informieren. Zwar überprüft die Versicherung Ihren Aufenthaltsort in regelmäßigen Abständen, jedoch sollten Sie Ihre neue Adresse und Ihre neuen Bankdaten spätestens drei Monate vor Umzug der Deutschen Rentenversicherung melden. Denn damit können Sie zum Beispiel vermeiden, dass es zu Verzögerungen bei der Rentenzahlung kommt. Außerdem erhalten Sie aufgrund Ihrer Meldung jedes Jahr eine schriftliche Lebensbescheinigung, die Sie sich als dauerhaft im Ausland lebender Rentner vor Ort bestätigen lassen müssen, um sie dann umgehend an die Versicherung zurückzuschicken.

Doppelbesteuerungsabkommen

Sie kommen nicht umhin, Ihre Rente zu versteuern. In welchem Land Sie jedoch Ihre Abgaben zahlen müssen, hängt davon ab, ob es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Land gibt, in dem sich Ihr Wohnsitz befindet. Dieses Abkommen bestimmt, ob Sie als Auswanderer nur dem deutschen Staat oder zusätzlich dem Wohnsitzstaat Steuern zahlen müssen. Bei privaten oder betrieblichen Renten können andere Regelungen für Steuerpflichtige greifen.

Riester-Rente

Der Staat unterstützt verschiedene Formen der privaten Altersvorsorge, so auch die Riester-Rente. Ruheständler mit Wohnsitz im EU-Ausland, die in Deutschland nicht voll steuerpflichtig sind, können seit 2009 ihre Riester-Zulagen abzugsfrei behalten. Mit Wohn-Riester können Sie sogar eine Immobilie im EU-Ausland finanzieren, solange Sie diese selbst bewohnen.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Berater bei Ihrer Bank, Ihren Versicherer oder einen Rechtsanwalt nicht ersetzen.

Lassen Sie sich zum Thema Altersvorsorge bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort beraten.