Namensänderung nach der Hochzeit

Woran Sie nach Ihrer Eheschließung denken sollten

12. Mai 2020

Auch nach der Hochzeit stehen für Paare einige Formalitäten an. So müssen sie zum Beispiel ihre Familiennamen festlegen. Hier ist es sinnvoll, sich frühzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten einer Namensänderung zu informieren.

Möglichkeiten beim Namenswechsel

Als verheiratetes Paar können Sie sich für einen gemeinsamen Ehenamen entscheiden, müssen es jedoch nicht. Jeder kann auch seinen bisherigen Familiennamen behalten. Wenn Sie nach der Eheschließung den Familiennamen Ihres Partners als Ehenamen annehmen wollen, haben Sie auch die Möglichkeit, einen Doppelnamen zu wählen. Einer der Ehepartner darf dem Ehenamen den eigenen Geburtsnamen voranstellen oder anfügen. Ein gemeinsamer Doppelname für beide Eheleute ist nicht möglich.
Sie können Ihren Ehenamen direkt bei der Trauung auf dem Standesamt annehmen oder auch später eine entsprechende Erklärung abgeben. Eine Frist müssen Sie dabei nicht einhalten. Für einen Namenswechsel beim Standesamt benötigen Sie in der Regel

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass,
  • eine aktuelle beglaubigte Abschrift des Geburten- bzw. Eheregisters und
  • eine Meldebescheinigung mit Angabe Ihres Wohnsitzes.
 

Checkliste für Ihre Namensänderung

Ein Namenswechsel nach der Eheschließung macht einige Behördengänge notwendig. Wenn Sie eine Änderung Ihres Nachnamens veranlasst haben, sollten Sie als erstes einen neuen Personalausweis und einen neuen Reisepass beantragen. Dafür ist das Einwohnermeldeamt zuständig. Auf dem Führerschein müssen Sie die Namensänderung zwar nicht vermerken lassen. Bei der Zulassungsbescheinigung Teil I (früher: Fahrzeugschein) und der Zulassungsbescheinigung Teil II (früher: Fahrzeugbrief) ist dies jedoch Pflicht. Um die entsprechenden Anträge kümmert sich die Kfz-Zulassungsstelle.
Unsere Checkliste zeigt Ihnen, wen Sie außerdem unter anderem über den Namenswechsel informieren sollten:

  • Strom-, Gas- und Telefonanbieter
  • Banken
  • Krankenkassen
  • Bausparkassen
  • Beitragsservice (vor 2013 "Gebühreneinzugszentrale")
  • Arbeitgeber
  • Vermieter
  • Vereine
  • Unternehmen, bei denen Abonnements bestehen
 

Namensänderung und Ummeldung der Kinder

Haben Sie bereits gemeinsame Kinder, so kann sich Ihr Namenswechsel auf deren Nachnamen auswirken. Kinder, die noch nicht das fünfte Lebensjahr erreicht haben, erhalten automatisch den neuen Nachnamen. Ab einem Alter von fünf Jahren bekommen Kinder den neuen Namen nur, wenn die Eltern als gesetzliche Vertreter ihrer Kinder die Namensänderung mit einer Anschlusserklärung beim Standesamt beantragen. Mit Vollendung des 14. Lebensjahres müssen Kinder die Erklärung selbst abgeben, wenn sie eine Änderung ihres Nachnamens wünschen. Hierbei bedarf es allerdings der Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters. Denken Sie bei einer Namensänderung an die Ummeldung gemeinsamer Kinder bei Ihrer Kindergeldstelle. Ansprechpartner für das Thema Kindergeld ist die Familienkasse der Agentur für Arbeit.

Weitere Formalitäten nach der Hochzeit

Zu den Formalitäten nach der Hochzeit gehört auch das Prüfen und Ändern von bestehenden Versicherungsverträgen. Führen Sie Versicherungen wie Ihre Hausrat- oder private Haftpflichtversicherung künftig gemeinsam. Nach der Eheschließung können Sie den Partner sowie die gemeinsamen Kinder in der Regel beitragsfrei mitversichern. Hier führen Sie im Idealfall den älteren Vertrag weiter und heben den jüngeren auf. Denn häufig sind die Konditionen beim älteren Vertrag günstiger.
Lassen Sie Ihren alten Namen noch einige Zeit nach der Hochzeit an Klingelschild und Briefkasten stehen, sonst könnte die Zustellung der Post Schwierigkeiten bereiten.

Änderung der Steuerklassen

Als Ehepaar können Sie von steuerlichen Vorteilen profitieren. Ändern Sie zu diesem Zweck nach der Heirat Ihre bisherigen Steuerklassen in IV/IV, III/V oder IV/IV mit Faktor. Die Kombination IV/IV ist für Paare mit etwa gleich hohem Einkommen ideal. Bei der Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wird das Ehegattensplitting bereits während des Jahres berücksichtigt. Durch das Faktorverfahren können Sie höhere Steuernachzahlungen vermeiden. Detaillierte Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt.

Gemeinsames Konto

Bei den Finanzen stehen ebenfalls einige Veränderungen an. So müssen Sie bei einem Namenswechsel neue Bank- und Kreditkarten beantragen. Zudem besteht die Möglichkeit, ein Gemeinschaftskonto zu eröffnen. Dabei können die Ehepartner jeweils ihr eigenes Girokonto behalten und zusätzlich ein drittes einrichten, um darüber die bestehenden Daueraufträge für Miete oder Versicherungen laufen zu lassen.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Steuerberater, Lohnsteuer-Hilfeverein, Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

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