Diese Versicherungen brauchen Studenten

Gut versichert als Student oder Azubi

20. Mai 2020

Mit dem Studium oder der Berufsausbildung beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der viele Herausforderungen mit sich bringt. Da kann der Gedanke an wichtige Formalien wie den Versicherungsschutz schonmal im Trubel untergehen. Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig über die Versicherungen informieren, die Sie als Student oder Auszubildender benötigen.

Bei den Eltern mitversichert

Zu Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums laufen viele Versicherungen noch über die Eltern. Denn bis zum vollendeten 25. Lebensjahr haben Studenten und Azubis im Regelfall einen Anspruch darauf, sich beitragsfrei in der Krankenversicherung ihrer Eltern mitversichern zu lassen. Die Zeitspanne für die Familienversicherung kann sich durch ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr beziehungsweise einen Bundesfreiwilligendienst verlängern. Dies gilt über das 25. Lebensjahr hinaus für höchstens zwölf Monate.

Wichtig: Studenten und Azubis, die über ihre Eltern versichert sind, dürfen eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Falls Sie einen Minijob ausüben oder Auszubildender sind, gilt beispielsweise eine monatliche Einkommensgrenze von 450 Euro. Ansonsten müssen Sie sich selbst bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern.

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung

Nach Ende der Familienversicherung gilt für Studenten an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen die Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. Dann können Sie eine Krankenversicherung für Studenten abschließen. Diese vergünstigte Tarifoption endet mit dem Studienabschluss, der Exmatrikulation oder nach Ablauf des Semesters, in dem der Student das 30. Lebensjahr erreicht.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Bereits für Studenten und junge Arbeitnehmer ist es sinnvoll, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. So sind sie schon zu Beginn ihrer Laufbahn finanziell für den Fall abgesichert, dass eine schwere Krankheit oder ein Unfall verhindert, dass sie ihren erlernten Beruf künftig oder weiterhin ausüben können. Vor Vertragsabschluss führt der Versicherer in der Regel eine Gesundheitsprüfung durch, in deren Rahmen unter anderem alle Vorerkrankungen offengelegt werden müssen. Denn Faktoren wie Gesundheitszustand, Beruf und Alter beeinflussen die Beitragshöhe. Wer im jungen Alter eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, profitiert meist von günstigeren Konditionen.

Unfallversicherung

Studenten sind in der gesetzlichen Unfallversicherung beitragsfrei versichert. Dieser Schutz ist allerding auf die Hochschule beschränkt. Er gilt für die Teilnahme an Lehrveranstaltungen und Exkursionen, den Besuch der Bibliothek sowie den Weg zur Hochschule und zurück nach Hause. Während eines Praktikums oder eines Nebenjobs greift in der Regel die Unfallversicherung des Arbeitgebers. Für diejenigen, die auch außerhalb von Studium und Job abgesichert sein möchten, bietet sich eine private Unfallversicherung als zusätzlicher Schutz an.

Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen, denn sie schützt vor Schadensersatzansprüchen. Studenten und Auszubildende sind normalerweise durch ihre Eltern versichert, wenn diese eine Privathaftpflichtversicherung haben. Der Schutz besteht auch bei Volljährigen, wenn diese unverheiratet sind und sich in der Erstausbildung befinden. Nach Ende dieser Ausbildung benötigen sie allerdings eine eigene private Haftpflichtversicherung. Wohngemeinschaften oder Paare können eine gemeinsame Haftpflichtversicherung abschließen.

Hausratversicherung

Auszubildende und Studenten im Erststudium sind im Normalfall durch die Hausratversicherung ihrer Eltern abgesichert. Das gilt dann, wenn sie keinen eigenen Hausstand gründen, also nur vorübergehend aus dem Elternhaus ausziehen oder ein Zimmer in einem Wohnheim oder in einer WG bewohnen. Ob diese Faustregel jedoch auch auf den individuellen Fall zutrifft, sollten Sie vor Beginn von Studium oder Ausbildung prüfen.

Einige Studentenwerke bieten eine grundversorgende Hausratversicherung an. Das Gemeinschaftsgut einer WG ist hierdurch aber nicht mitversichert. Dafür können die Mitbewohner der WG eine gemeinschaftliche Hausratversicherung abschließen oder der Hauptmieter versichert die Gemeinschaftsbereiche in seiner Versicherung mit. Spätestens beim Einzug in die erste eigene Wohnung ist es ratsam, selbst eine Versicherung abzuschließen, um weiterhin geschützt zu sein.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung bei Ihrer Bank oder einem Versicherer nicht ersetzen.

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