Fachkräftemangel

Wettbewerb um Fachkräfte fordert Wirtschaft heraus

10. April 2018

Den Fachkräftemangel halten 60 Prozent der deutschen Betriebe für ihr größtes Geschäftsrisiko. Darauf weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Arbeitsmarktreport 2018 hin.

Immer mehr Engpässe bei offenen Stellen

Laut DIHK können hochgerechnet 1,6 Millionen Stellen in Deutschland längerfristig nicht besetzt werden. Fast die Hälfte der 24.000 befragen Unternehmen rechnet damit, weniger Aufträge annehmen sowie weniger expandieren zu können. Die Schwierigkeit, Arbeitsplätze zu besetzen, hat gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent zugenommen. Damit entwickelt sich der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern zu einer Herausforderung für die gesamte Wirtschaft. Denn auch die Verkehrs- und IT-Infrastruktur sowie die Mobilität von Waren in ganz Deutschland können unter dem Fachkräftemangel einiger Branchen leiden und somit das ökonomische Wachstum behindern.

Längere Erwerbstätigkeit und flexible Arbeitszeitmodelle

Um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken, können Sie als Unternehmer an mehreren Stellschrauben drehen: Wenn ältere Mitarbeiter später als üblich aus dem Betrieb ausscheiden, können Sie zum Beispiel den Übergang zur möglicherweise schwierigen Neubesetzung der Stelle überbrücken. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Personalabteilung dem zukünftigen Rentner attraktive Altersteilzeitmodelle vorschlägt.

Fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Randzeiten oder in den Ferien verhindern in vielen Fällen eine vollzeitnahe Beschäftigung von Eltern – selbst wenn sie gewünscht wird. Die Möglichkeit zur Heimarbeit oder ein Jahresarbeitszeitkonto helfen hier. Besteht die Möglichkeit, eine Teilzeitbeschäftigung mit individueller Wochenstundenzahl zu wählen, kehren Mitarbeiter nach der Familienphase schneller in den Beruf zurück und lassen sich länger im Beruf halten.

Digitalisierung beschleunigen

Eine zügige Digitalisierung innerhalb der Betriebe steigert die Effizienz und gibt Personalressourcen für die fehlenden Stellen frei. Die Mitarbeiter erweitern dann durch Umschulungen und Weiterbildungen ihre Kompetenzen. Allerdings setzt das die Bereitschaft der Unternehmensleitung voraus, die Mitarbeiter dafür freizustellen und die Kosten zu übernehmen.

Rekrutierung von Schulabgängern intensivieren

Gerade kleinere Betriebe haben es aufgrund ihres geringeren Bekanntheitsgrads oft schwer, gute Schulabgänger als Auszubildende zu gewinnen. Doch nicht nur Schulen, sondern auch Betriebe können sich darum bemühen, leistungsstarke Schüler für eine duale Ausbildung zu interessieren und Alternativen zum Studium aufzuzeigen. Personaler sollten sich deswegen an Ausbildungsmessen oder Informationstagen in Schulen beteiligen und Praktikumsplätze anbieten. Betriebe, die auf umliegende Schulen zugehen, können bei der Anzahl der eingehenden Bewerbungen die Nase vorn haben.

Alternativen zum Studium müssen bekannter werden

Gymnasien veranstalten ebenso wie andere Schulformen Berufsorientierungstage und Praktikumswochen. Oft fehlt es gerade Abiturienten an Vorstellungsvermögen dafür, welche attraktiven Fach- und Führungskarrieren sich durch einen Ausbildungsberuf ergeben. Ein mehrwöchiges, gut betreutes Praktikum ist sinnvoll investierte Zeit für beide Seiten. Zudem kann für Abiturienten in manchen Fällen die Ausbildungszeit kürzer ausfallen. Das spornt oft an, den Weg in die Ausbildung zu wählen.

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