Finderlohn

Rechte und Pflichten beim Fund fremder Gegenstände

21. Oktober 2021

Ob Geldbörse, Handtasche oder Smartphone: Dürfen Finder fremdes Eigentum behalten oder haben sie die Pflicht, es abzugeben? Können sie einen Finderlohn vom rechtmäßigen Besitzer verlangen? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie hier.

Der ehrliche Finder

Jeder kann mal etwas verlieren und freut sich dann, wenn er es zurückbekommt. In der Brieftasche befinden sich neben Geld zum Beispiel auch Kreditkarten und Ausweisdokumente, die sich nicht so schnell ersetzen lassen. Der rechtmäßige Besitzer wird es Ihnen also danken, wenn Sie ihm seine Geldbörse zurückgeben. Denn so ersparen Sie ihm Sorgen sowie die Arbeit, seine Karten sperren zu lassen oder neue Dokumente beantragen zu müssen.

Zudem besteht laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) für gefundenes Eigentum eine Anzeigepflicht. Gegenstände oder Geld ab einem Wert von zehn Euro müssen Sie bei der zuständigen Behörde melden und abgeben. Andernfalls machen Sie sich der Unterschlagung strafbar und verlieren dazu Ihren Anspruch auf Finderlohn.

Das sollten Sie nach dem Fund tun

Wenn Sie denjenigen kennen, der zum Beispiel sein Smartphone oder sein Portemonnaie verloren hat, können Sie ihm die Fundsache einfach persönlich zurückgeben. Andernfalls müssen Sie den Fund zur Verwahrung bei der Polizei oder in einem Fundbüro abgeben. Um Finderlohn beanspruchen zu können, ist es wichtig, dass der Finder dort seinen Namen sowie seine Adresse hinterlässt.

Finderlohn: Anspruch und Höhe

Für die Rückgabe einer Fundsache haben Sie Anspruch auf eine Belohnung. Ihnen steht ein Finderlohn in einer bestimmten Höhe zu, den Sie vom Empfangsberechtigten – dem Eigentümer des Fundstücks – erhalten. Bei Gegenständen mit einem Wert von bis zu 500 Euro steht Ihnen ein Finderlohn in Höhe von fünf Prozent zu. Wenn der Sachwert oder Geldwert 500 Euro übersteigt, beträgt der Finderlohn für den darüberliegenden Betrag drei Prozent. Aus Dankbarkeit kann der Eigentümer aber selbstverständlich mehr Finderlohn zahlen als gesetzlich vorgeschrieben. Hat die Fundsache allerdings nur einen ideellen Wert, kann er die Höhe seiner Zahlung nach "billigem Ermessen" festlegen.

Wenn Fundsachen nicht abgeholt werden

Fundstücke müssen laut Gesetz sechs Monate lang aufbewahrt werden. Es kann aber sein, dass sich der rechtmäßige Besitzer nicht ausfindig machen lässt. Sollte sich der Eigentümer bis zum Ablauf der Frist nicht bei der zuständigen Polizei oder beim Fundbüro melden, gehört die Fundsache dem Finder.

Finderlohn bei herrenlosen Tieren

Wenn Sie zum Beispiel einen herrenlosen Hund finden, sind Sie dazu verpflichtet, das Tier an seinen Besitzer zurückzugeben. Wenn sich der Halter nicht ermitteln lässt, sollten Sie den Hund zur zuständigen Gemeinde oder ins städtische Tierheim bringen. Beim Finden von Tieren haben Sie ebenfalls Anspruch auf eine Belohnung: Hier beträgt die Höhe des Finderlohns drei Prozent des Wertes.

Ausnahme der Finderlohnregel

Der Fundort kann Einfluss auf die Höhe des Finderlohns haben. Finden Sie beispielsweise ein Portemonnaie in der Straßenbahn oder im Bus, greift eine andere Regelung. Denn für Sachen, die Sie in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Behörden finden, erhalten Sie lediglich die Hälfte des üblichen Finderlohns. Zudem geht der Gegenstand nach Ablauf der sechsmonatigen Frist nicht wie üblich in den Besitz des Finders über, sondern bleibt bei der zuständigen Behörde.

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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt oder die zuständigen Behörden nicht ersetzen.