Wie muss ich den geldwerten Vorteil versteuern?

Das sollten Arbeitnehmer wissen

23. November 2021

Viele Angestellte erhalten von ihren Arbeitgebern neben dem Arbeitslohn Gutscheine oder Rabatte auf Produkte beziehungsweise Dienstleistungen. Diese Sachbezüge können sich für beide Parteien steuerlich lohnen. Was genau geldwerte Vorteile sind und wie Sie diese versteuern müssen, erfahren Sie hier.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Der geldwerte Vorteil ist eine Form der Vergütung, die über den Lohn beziehungsweise das Gehalt von Arbeitnehmern hinausgeht. Es handelt sich dabei um Sachbezüge, also Dienstleistungen oder Sachleistungen wie Mobiltelefone, Jobtickets, Tankgutscheine, Zuschüsse für das Fitness-Studio oder das Essen in der Betriebskantine. Diese und ähnliche Sachbezüge erhalten Mitarbeiter von Arbeitgebern kostenlos oder günstiger. Geldwerte Vorteile stellen eine Alternative zu Gehaltserhöhungen dar, weil dabei sowohl Angestellte als auch Arbeitgeber Steuern sparen können.

Geldwerten Vorteil versteuern

Entsprechend des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind geldwerte Vorteile als Einnahmen zu werten und per Lohnabrechnung zu versteuern. Trotz der grundsätzlichen Steuerpflicht gelten bestimmte Freigrenzen für geldwerte Vorteile. So fallen bei Sachzuwendungen von bis zu 44 Euro im Monat keine steuerlichen Abgaben an. Überschreitet der Wert eines Sachbezugs diese Freigrenze, müssen Sie den gesamten Betrag versteuern.

Firmenwagen als geldwerter Vorteil

Wenn Arbeitnehmer Dienstfahrzeuge für private Zwecke nutzen, müssen diese Fahrten versteuert werden. Für die entsprechende Berechnung gibt es mehrere Möglichkeiten:

Bei der Ein-Prozent-Regelung fällt monatlich pauschal ein zu versteuernder Betrag von einem Prozent des Bruttolistenpreises des Dienstfahrzeugs an. Zusätzlich sind pro Kilometer, die der Fahrzeugnutzer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zurücklegt, 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises zu versteuern.

Wenn Sie vorwiegend von zu Hause arbeiten, dürfen Sie in der Steuererklärung die Einzelfahrten statt der Pauschale angeben. Für jeden Tag, an dem Sie zur Firma fahren, versteuern Sie 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises pro Kilometer.

Sie können für die Berechnung des geldwerten Vorteils aber auch ein Fahrtenbuch führen. Diese Möglichkeit lohnt sich vor allem für diejenigen, die ihren Firmenwagen häufiger dienstlich nutzen als privat. Denn so weisen Sie nach, dass die Privatnutzung des Wagens unterhalb der Pauschale der Ein-Prozent-Regelung liegt.

Personalrabatte

Wenn Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einen Rabatt auf firmeneigene Leistungen oder Produkte gewähren, kann sich das für die Arbeitnehmer lohnen. Denn dabei bleibt ein Betrag von 1.080 Euro pro Kalenderjahr steuerfrei. Sozialabgaben fallen hierfür ebenfalls nicht an. Nur darüberliegende Beträge sind voll zu versteuern. Der steuerfreie Mitarbeiterrabatt gilt nur für Waren und Dienstleistungen, die der Arbeitgeber auch seinen Kunden anbietet.

Weitere geldwerte Vorteile

  • Wenn Ihr Chef Ihnen Arbeitsmittel wie Laptops oder Smartphones schenkt oder günstiger verkauft, sind diese in der Regel steuerfrei. Voraussetzung: Ihr Arbeitgeber versteuert den geldwerten Vorteil pauschal und überlässt Ihnen die Arbeitsmittel zusätzlich zum Arbeitslohn.
  • Fortbildungen, die im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit stehen, sind steuerfrei, wenn das Unternehmen die Kosten dafür übernimmt. Müssen Sie eine Weiterbildung selbst zahlen, können Sie sie als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen.
  • Die betriebliche Altersvorsorge ist ebenfalls ein geldwerter Vorteil. Durch Entgeltumwandlung stocken Sie Ihre gesetzliche Rente auf und zahlen einen Teil Ihres Bruttoeinkommens zum Beispiel in die Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung. So fallen weniger Sozialabgaben und Steuern an.
  • Wenn Sie dienstlich Bonusmeilen sammeln, dürfen Sie diese bis zu einem Freibetrag von 1.080 Euro pro Jahr privat nutzen. Ihr Arbeitgeber kann aber verlangen, dass Sie die Bonusmeilen für Dienstflüge nutzen.
  • Sie können auch Arbeitskleidung steuerlich absetzen. Allerdings gilt das nur für solche, die Sie beruflich und nicht in Ihrer Freizeit tragen können – zum Beispiel Arbeitskleidung für Polizistinnen oder Krankenpfleger.

 

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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), einen Berater bei Ihrer Bank oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.