Wie beantrage ich eine Nichtveranlagungsbescheinigung?

Für wen die Bescheinigung gilt und was Sie beachten sollten

Personen deren Einkommen dauerhaft niedrig ist, können eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen. Welche Vorteile eine solche NV-Bescheinigung vor allem für Kapitalanleger und Rentner hat und wie sie beantragt werden kann, erfahren Sie hier.

Was ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung?

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung bestätigt, dass Sie keine Einkommenssteuer an das Finanzamt zahlen und keine jährliche Einkommenssteuererklärung abgeben müssen. Wenn Ihre Einkünfte in nächster Zeit niedriger als der Grundfreibetrag sind, können Sie eine NV-Bescheinigung beantragen. Das Bundesfinanzministerium passt diesen Freibetrag jedes Jahr an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten an. Die Nichtveranlagungsbescheinigung lohnt sich vor allem für Rentner und Studenten, aber auch für andere Personen mit niedrigem Einkommen. So können durch die NV-Bescheinigung auch Kapitalanleger ihre Kapitalerträge ohne Steuerabzug erhalten.

So beantragen Sie die NV-Bescheinigung

Die Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen Sie beim zuständigen Finanzamt. Dazu müssen Sie das Antragsformular "Antrag auf Ausstellung einer Nichtveranlagungs-(NV-)Bescheinigung“ (NV 1 A) ausfüllen. Zudem benötigt das Finanzamt Angaben zu Ihrer Person, Ihre Steueridentifikationsnummer – kurz Steuer-ID – sowie eine Auflistung Ihrer vollständigen Einnahmen. Wenn Ihnen eine NV-Bescheinigung ausgestellt wird, ist sie für maximal drei Jahre gültig. Danach müssen Sie einen neuen Antrag beim Finanzamt stellen, sofern Ihre zu versteuernden Einkünfte weiterhin unter dem Grundfreibetrag liegen.

Nichtveranlagungsbescheinigung für Kapitalanleger

Wenn Sie Geld anlegen, müssen Sie Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge zahlen. Vorausgesetzt, Ihre Kapitalerträge – zum Beispiel Zinserträge und Dividenden aus Aktien oder Gewinne beim Wertpapierverkauf – übersteigen den Sparerpauschbetrag. Dieser liegt bei 801 Euro für ledige Steuerpflichtige beziehungsweise 1.602 Euro für Verheiratete. Ihre Bank führt den fälligen Betrag an das Finanzamt ab, ebenso wie den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Kapitalvermögen bis zum Sparerpauschbetrag bleibt demnach steuerfrei. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung erhalten Sie Zins- und Dividendenzahlungen ohne Abzug der Abgeltungssteuer – auch wenn Sie den geltenden Sparerpauschbetrag übersteigen. Ihre gesamten Einkünfte dürfen aber dennoch nicht den jährlichen Grundfreibetrag überschreiten. Wenn Sie eine NV-Bescheinigung haben, benötigen Sie zudem keinen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge mehr, um Steuern zu sparen.

Bei Fragen hilft Ihnen ein Mitarbeiter Ihrer Volksbank Raiffeisenbank gerne weiter.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Berater bei Ihrer Bank, einen Steuerberater, einen Lohnsteuer-Hilfeverein oder die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.